Archiv für den Monat Juni 2014

Gefühl Du Dummes Ding

~Gefühl zu haben, das ist einfach. Gefühl zu zeigen, ganz schön schwer.~

Immer wieder fällt mir auf, wie schizophren wir mit uns und unseren Mitmenschen umgehn. Es fällt uns z.B. oft recht schwer, etwas nettes zusagen. Wir empfinden allein bei dem Gedanken daran, unsere Gefühle offen dazulegen, oft Angst oder Scham. (Vor allem, wenn es sich um einen Menschen handelt, den wir mehr als nur ein bisschen mögen.) Wir sind so sehr damit beschäftigt uns Gedanken darüber zu machen, wie sehr wir uns angreifbar machen und was die andere Person davon hält, dass viele schöne Worte geradezu ungehört verhallen. Dabei ist es doch der Gedankenbrei, der unüberlegt und unaufgefordert aus uns herraussprudelt, dessen wir uns schämen sollten.

Ich selbst kann mich nicht davon frei sprechen. Es gibt da auch eine Person in meinem Leben, bei der es mir sehr schwer fällt mich zu öffnen. Einfach weil sie mir zu nah am Herzen liegt. Ich weiß das es dieser Person genau so mit mir geht. Wir kreisen um uns rum und das schon ne ganze Weile. Ich würde ihr oft, gerne sagen was ich empfinde und wie viel sie mir bedeutet. Doch jedesmal wenn ich mir das vornehme, bin ich irgendwie blockiert. Stattdessen, wenn die andere Person einen schritt auf mich zu macht, versuche ich irgendwie den coolen zu mimen und lass irgendeinen flapsigen Spruch los. Nichts böses oder so… er in die Richtung unnahbar zu sein. Was natürlich nicht so ist!

Warum tut man unbewusst immer den Harten makieren?

Ist das so eine Art Selbstschutz? Will man deswegen so unnahbar erscheinen?! Oder haben wir einfach im laufe der Jahre verlernt, mit einander umzugehen und Signale zu deuten?

Das ich manchmal ein kleiner Emotions-Trottel bin ist mir ja bewusst. Mir fällt es z.B oft schwer, den Richtigen Zeitpunkt abzupassen ohne den Moment verstreichen zu lassen. Auch ist es schwierig, generell Menschen zu nah an mich herran zu lassen. Meist blokiert sich etwas in mir ohne Grund und ich antworte ne Weile nicht mehr auf Nachrichten oder Telefonate oder lass dann Kontakte ganz einschlafen. Es verletzt mich und dennoch lass ich es zu…

In unzähligen Gesprächen mit anderen und auch aus eigenen Beobachtungen ist mir aufgefallen, dass es nicht nur mir so geht. Es gibt recht viele Menschen, die ähnliche Probleme mit dem Zwischenmenschlichen haben. Nur woran liegt das?

Machen uns die Erfahrungen vorsichtiger dem gegenüber was noch kommt, oder müssen wir uns eingestehen, dass wir alle im laufe unseres Lebens mehr und mehr verkorksen?

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