Archiv für den Monat August 2014

2. Beitrag – gemeinsames Schreiben

Die 10 vorgegebenen Wörter:

1 Supermarkt

2 Wäschekorb

3 Geschirrtuch

4 Eichhörnchen

5 Kaffeetasse

6 Schokolade

7 Ramones

8 Zebrafell

9 Gummistiefel

10 Tapetenabschlusskante

skipper

Es war keine gute Idee, mit dem Kaffee in der Hand, zu den Ramones durch die Wohnung pogen. Sie wollte nur die Gedanken ausschalten und jetzt diese Sauerei. Sie stellte die Kaffeetasse bei Seite und holte aus der Küche ein Geschirrtuch. Sie tupfte die Flecken vom Sofa und trocknete Tisch und Boden. Sie drehte die Anlage zu ‚Blitzkrieg Bop‘ noch etwas lauter und watschelte hinüber ins Bad. Sie klatschte das Geschirrtuch in den Wäschekorb. Ihre nackten Füße standen nun auf der weichen Badematte, die einem Zebrafell glich. Sie schaute aus dem Fenster, hinaus auf den Hof, der genauso leer und verlassen wirkte wie sie sich fühlte. Leer und verlassen. Es würde Regen geben. Die Wolken hatten sich zugezogen. Alles war grau. Nur ein kleiner roter Ball tanzte im Wind hin und her. Gerade als sie ihren Blick abwenden wollte, huschte ein Eichhörnchen hinter der Mauer hervor, rannte hinüber zu dem alten Baum und verschwand im Geäst. Ihre Augen verweilten noch einen Augenblick auf der Stelle, an der das Eichhörnchen verschwand. Sie warf einen Blick in den Spiegel und musterte sich. Ihre Haut war blass. Ihre Augen sahen müde und leer aus. Die sonst so schön geschwungenen Lippen, wirkten trocken und rissig. Kein schöner Anblick, dachte sie und wendete sich ab.
Sie holte ihre gelben Gummistiefel aus dem Schuhregal, das in dem kleinen Flur stand und zog sie an. Denn wenn es ihrer Seele schlecht ging, bekam sie immer Lust auf Schokolade. Sie wollte noch schnell zum Supermarkt, bevor es anfing zu regnen. Dieser befand sich, an der Ecke, neben dem Renovierladen ‚Tapetenabschlusskante‘.
Sie warf sich ihre Lederjacke über, nahm den Schlüssel von der Kommode und lies die Tür ins Schloss gleiten…

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Wo bist du?

Ich laufe durch die Straßen deiner Stadt.

Ich streife durch deine Träume.

Ich beobachte dich durch die Augen jedes deiner Mitmenschen.

In jedem Buch, das du liest hinterlasse ich dir verborgene Zeichen meiner Sehnsucht.

Die Schneeflocken im Winter, zart schmelzend auf deinen Wimpern – einer meiner versuche, dich wach zu küssen. Mit jedem warmen Frühlingswind streichle ich sanft über deine Haut. Mit jedem deiner Atemzüge liebkose ich dich von innen.

In jeder Sekunde deines Seins stehe ich rufend, drängend, bebend vor dem Haus deiner Seele. Ich klopfe auf tausend verschiedene Weisen an die Tür. Laut wie der Schrei eines wütenden Kindes und still wie die Ewigkeit des Alls. Wild und fordernd zerre ich an dir, um dich im nächsten Augenblick behutsam zu umarmen.

Ich habe keine Wahl. Ich werde nichts unversucht lassen. Bis du mir öffnest – weit und bedingungslos. Bis du mir alles schenkst, was du hast und was du bist.

Wo bist du?

Ich brauche dich.

Dein Leben

~Veit Lindau~

Vom vor und zurück rudern

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Ich hab mich in den letzten Tagen intensiver mit dem Thema ‚um-einander-rum-kreisen‘ auseinander gesetzt. Nicht nur weil ich darauf Anfragen bekommen habe, sondern weil ich dieses Phänomen auch selber gerne verstehen würde. Ich hab mich etwas zu diesem Thema belesen und Meinungen Dritter eingeholt. Das was ich davon sinnig fand, habe ich in diesem Post zusammen getragen. Ich möchte an dieser Stelle vorab schonmal betonen, das ich mit dieser Ansicht auch falsch liegen kann. Ich würde mich daher sehr freuen wenn ihr mir eure Sichtweise als Kommentar hinterlasst.

Als erstes finde ich es wichtig zu verstehen, wie wir überhaupt miteinander kommunizieren.

Es gibt 3 Ebenen der Kommunikation ( damit meine ich nicht das Kommunikationsquatrat von Schulz von Thun)

1. Verstand = rational (fachlich, sachlich)

2. Emotion = emotional (gefühlsbetont, ohne rationales denken)

3. Intuition = reines Bauchgefühl (persönliche Wahrnemung, ausstrahlung, empfang des gesagten)

Wobei zu erkennen ist, das niemals eine Ebene allein in Verwendung ist. Kommunikation ist quasi ein Spiel mit den Ebenen. Mal fällt Intuition mehr ins Gewicht, mal Emotion oder Verstand.

 Wenn es um eine Person geht die wir gerne haben, befinden wir uns im emotionalen Bereich. Grundlage ist da immer eine Gefühlslage, der Verstand ist an diesem Punkt zweitrangig. Sobald aber Rationalität, sprich der Verstand, einsetzt, hat man immer Angst verletzt zu werden oder zu verlieren. Grund für diese Angst sind Schlüsselerlebnisse und Erfahrungen aus unserem Leben,  die sich im Unterbewusstsein befinden. Das hat aber auch was positives, denn diese Angst dient somit dem geistigen Wachstum und unserem Selbstschutz.

Zur Erklärung: Ein Kind das unvorsichtig auf einen Baum klettert, hinunter fällt und sich den Arm bricht, wird so schnell nicht mehr auf einen Baum klettern und wenn wird es vorsichtiger sein.

Was ich damit meine ist, wir lassen uns im Leben täglich auf neue unterschiedliche Menschen ein. Einige davon verletzen uns – vielleicht nichtmal bewusst. Diese Verletzungen die wir erfahren haben, sorgen (gerade mit zunehmendem Alter und zunehmender Verletzung) dafür das wir immer vorsichtiger werden.

Gerade wenn wir uns auf der Gefühlsebene bewegen sind wir vorsichtig, denn man will sich und auch den anderen schützen. Man will abwägen, denn man will sich oder den anderen ja nicht überrumpeln, überfordern oder gar verletzen. Diese Achtsamkeit sorgt manchmal dafür, das wir ins stolpern geraten, wenn wir merken das man selbst oder der andere Part nicht dem selben tempo folgen kann.

Ich finde man sollte aber auch berücksichtigen, dass dieses ‚vor und zurück rudern‘ auch die eigene Unstimmigkeit mit sich selbst, mit sich bringt. Ich bin selbst ein Mensch der sich häufig die Frage stellt, was ich eigentlich will und was ich bereit bin dafür zu opfern – auch wenn ich das im Grunde weiß.

Dieses ‚umher kreisen‘ bzw. dieses ‚vor und zurück rudern‘ ist das ständige Spiel mit dem ‚Ja‘ und ‚Nein‘. Es sind Zweifel, Unsicherheit und auch ein gewisses Maß an Unfahigkeit, die eigene Komfort-Zone zu verlassen.

Um das ganze nochmal zusammen zu fassen:

Ich denke dieses ‚umher kreisen‘ ist eine Mischung aus dem behutsamen Umgang miteinander und der eigene Unsicherheit.

1. Beitrag – gemeinsames Schreiben

10 vorgegebene Wörter:

Edelweiß
Sommernachtstraum
Latzhose
Indien
verkatert
Porsche
Streichhölzer
Intrige
Brüstung
Machete

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Er hätte das niemals erdacht, als er nach Indien geflogen war. Jetzt kam er sich ziehmlich lächerlich in seiner Latzhose vor. Er stieg in seinen Porsche und fuhr los. Wohin wusste er selbst nicht so genau. Er fühlte sich total verkartert und übernächtigt. Musste er sich im ‘Edelweiß’ auch so die Kante geben?! Der Schmerz ist dadurch nicht weniger geworden.
Er konnte noch immer nicht verstehen, wie sie zu so einer Intrige fähig war. So hätte er sie niemals eingeschätzt. Am liebsten hätter er die Machete von der Wand genommen und wäre damit auf sie losgegangen.
Er stoppte den Wagen, zog eine Zigarette aus der Schachtel, die auf dem Beifahrersitz lag und zündete sie mit einem Streichholz an. Er verschloss den Wagen, nachdem er ausgestiegen war, um sich etwas die Beine zu vertreten. Müde und entäuscht blieb er auf einer Brücke stehen. Er schaute sich um. Er war allein. Er zog ein letztesmal an seiner Zigarette und warf sie zusammen mit seinem Sommernachtstraum über die Brüstung.

Das Ich wächst am Du (Antwort auf: Gefühl Du Dummes Ding)

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Jeanette Diese Gedanken beschäftigen mich, seit ich sie gelesen habe. Trotzdem bin ich so ratlos wie zuvor. Jetzt möchte ich dich fragen, da ja seit Juni auch ein bisschen Zeit vergangen ist: Hast du mittlerweile eine Erklärung für dieses Phänomen? Oder eine Idee, wie man anders damit umgehen kann?

Wenn wir uns und diese Welt mal genauer und von außen bertachten, fällt auf das die Zeit in der wir leben, ganz schön verstörend ist. Wir leben in einer Spaß-Gesellschaft. Wirkliche Werte sind uns mit der Zeit abhanden gekommen. Uns fehlt das Grundfundament und der Blick auf das was man Menschlichkeit nennt. Wir sind die Oberflächlichkeit und diese Rückratlosigkeit dieser Zeit dermaßen gewöhnt, dass es uns schwer fällt die mit mühe erbauten Fassaden einzureissen. Wir wollen uns ja nicht bewusst angreifbar machen.

Wenn ich an die Zeit unserer Großeltern denke, wird das noch bewusster. Ich kenne Paare aus dieser Zeit, die warscheinlich schon seit der Sintflut zusammen sind. Sie haben höhen und tiefen miteinander erlebt, Kriesen überwunden und stehen nach wie vor zueinander. – Klar, kommt im ersten Moment der Gedanke auf, dass das gewiss daran liegt das man immer älter wird und die Chancen sinken jemand anderes kennen zu lernen. Man will ja auch nicht ewig alleine bleiben. Außerdem hat man sich ja auch an einander gewöhnt. Und dann die Frage, will man sich wirklich die mühe machen nochmal ganz von vorne zu starten und sich auf etwas neues einlassen?
Ich denke aber, diese Generation hat viel durchgemacht. Sie hat gelernt, mit wenig auszukommen und sich mit kleinen Dingen zufrieden zu geben. Diese Generation hat noch den Mut für was zu kämpfen. Sie mussten lernen Dinge zu reparieren anstatt sie einfach wegzuwerfen.

Wir hingegen gehören zur Wegwerfgesellschaft. Ist unser TV aus der Mode kaufen wir halt ein neueres Modell. Gefällt uns unser intakte Einrichtung nicht mehr, weg damit was neues muss her. Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, aber die neuste Kollektion ist ja schon draußen – die muss ich haben. Das Handy oder der Pc gefällt nicht mehr, sobald der Lohn kommt ersetze ich dieses. Ersetzen, ersetzen, ersetzen…

Das was wirklich traurig ist, ist das wir nicht nur Gegenstände ständig neu ersetzen, wir ersetzen uns auch gegenseitig stetig neu.
Mein Partner entwickelt sich nicht nach meiner Vorstellung. Weg damit.
Meine langjährige Freundin steckt gerade in einer Lebenskriese und ich kann mir ihr gejammer nicht mehr anhören, weil es mir gerade ganz gut geht. Weg damit.
Mein bester Kumpel hat ne neue Freundin und hat keinen bock auf Party, ich will aber feiern, also weg damit.
Ich könnte noch unzählige Beispiele nennen.

Das was uns in dieser Zeit wirklich fehlt sind wahre Werte und der Mut zur Menschlichkeit. Es hilft uns dabei nicht, darauf zu achten was der Nachbar tut und wie er sich verhält. Wir müssen bei uns anfangen. Wir müssen uns anfangen zu fragen, was wir persönlich als wichtig und unwichtig erachten. Wie wir uns unser schönes Leben vorstellen. Was wir mit uns machen lassen und was nicht und inwieweit wir das zulassen. Wir müssen uns auch vor Augen halten, das wir es erlernt haben zu Leiden und das wir dieses auch gerne tun – wenn auch unterbewusst. Der Mensch ist und war schon immer ein leidendes Wesen. Er suhlt sich im Selbstmitleid.
Es ist auch wichtig zu erkennen, dass das die Zwänge sind, die wir uns selber schaffen – und das lässt sich eigentlich auf jede Lebenslage beziehen, die wir als unschön empfinden.

Es liegt an uns was daran zu ändern. Daran Grenzen zu ziehen, was wir mit uns machen lassen und was nicht. Daran wie wir sein möchten und wie wir mit anderen umgehen möchten. Im Grunde möchten wir doch alle eins: Wir möchten ein guter Mensch sein und auch als solcher behandelt werden.

Warum ziehen wir also Mauern und Grenzen um uns herrum?

Ist es nicht schön um anderer Schwächen zu wissen, damit man sich nicht selbst wie das einzige Alien auf diesem Planeten vorkommt? Total befrämdlich und deplatziert.
Ist es nicht befreiend, eigene Schwächen einzuräumen und nicht immer den Schein wahren zu müssen unantastbar zu sein?

Wir wissen doch eigentlich ziehmlich genau, das niemand vollkommen ist. Wir alle empfinden Angst und sind verletzlich. Wir alle sind angeschlagen von dem Leben in dieser Welt mit dieser Ellenbogen-Gesellschaft . Wir gehen nur unterschiedlich damit um. Manch einer bleibt auf halber Strecke entmutigt liegen. Ein anderer kann mehr schläge einstecken, steigt über den Liegengebliebenen hinweg und läuft den Weg einfach weiter. Und dann gibt es den, der dem Liegengebliebenen die Hand reicht…

Ich will damit nur sagen, das ich mir nicht anmaßen will zu behaupten, das alle so unglaublich oberflächlich und rückratslos sind. Das wäre auch völlig Falsch.
Es gibt sie noch diese wunderbar besonderen Menschen. Die, die sehr sensiebel ihre Umwelt und sich selbst wahr nehemen. Menschen, die ihre Menschlichkeit bewart haben. Doch leider sind diese Menschen so vereinzelt auf diesem Planeten verstreut. Man muss sich wirklich die mühe machen und die Masse fein aussieben um diese zu erkennen. Aber es Lohnt sich. Wir dürfen nur nicht den Fehler machen, diese dann bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit wieder auszutauschen.

Vielleicht müssen wir einfach lernen, abzuwägen wann es wert ist auf etwas zu beharren und wann wir den unteren Weg gehen und die Dinge einfach mal so hinnehmen wie sie sind.
Ich meine damit, vieles ist es nicht wert, das wir uns drüber aufregen und einen Streit riskieren. Du magst blau und ich lieber schwarz. – Und? Es ist doch egal. Du bist halt du, ich bin ich und zusammen sind wir wir.

Wir sollten mutiger und aufrichtiger mit uns und unserem Gegenüber umgehen. Wir sollten uns zugestehen nicht immer stark sein zu müssen. Gefühle offen darzu legen. Wir sollten auch den Anderen einfach mal so sein lassen wie er ist. Wir sollten uns darüber freuen können, wenn jemand den Mut aufbringt sich zu öffnen und drauf achten, dieses nicht in irgendeiner Form abzuwerten.

Ich weiß es ist verdammt schwer, die Schotten einfach mal fallen zu lassen und sich auf das große Unbekannte einzulassen. Gerade auch weil die ohnehin schon so zerbombte Seele einer weiteren potentziellen Verletzung ausgesetzt wird. Aber es könnte auch die große Chance sein, alte Wunden endlich verheilen zu lassen. Wir müssen uns nur zutrauen über unseren Schatten springen zukönnen. Was unser Gegenüber dann damit macht liegt in seiner Hand – und wir entscheiden dann zum Schluss.

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