Vom vor und zurück rudern

paddel

Ich hab mich in den letzten Tagen intensiver mit dem Thema ‚um-einander-rum-kreisen‘ auseinander gesetzt. Nicht nur weil ich darauf Anfragen bekommen habe, sondern weil ich dieses Phänomen auch selber gerne verstehen würde. Ich hab mich etwas zu diesem Thema belesen und Meinungen Dritter eingeholt. Das was ich davon sinnig fand, habe ich in diesem Post zusammen getragen. Ich möchte an dieser Stelle vorab schonmal betonen, das ich mit dieser Ansicht auch falsch liegen kann. Ich würde mich daher sehr freuen wenn ihr mir eure Sichtweise als Kommentar hinterlasst.

Als erstes finde ich es wichtig zu verstehen, wie wir überhaupt miteinander kommunizieren.

Es gibt 3 Ebenen der Kommunikation ( damit meine ich nicht das Kommunikationsquatrat von Schulz von Thun)

1. Verstand = rational (fachlich, sachlich)

2. Emotion = emotional (gefühlsbetont, ohne rationales denken)

3. Intuition = reines Bauchgefühl (persönliche Wahrnemung, ausstrahlung, empfang des gesagten)

Wobei zu erkennen ist, das niemals eine Ebene allein in Verwendung ist. Kommunikation ist quasi ein Spiel mit den Ebenen. Mal fällt Intuition mehr ins Gewicht, mal Emotion oder Verstand.

 Wenn es um eine Person geht die wir gerne haben, befinden wir uns im emotionalen Bereich. Grundlage ist da immer eine Gefühlslage, der Verstand ist an diesem Punkt zweitrangig. Sobald aber Rationalität, sprich der Verstand, einsetzt, hat man immer Angst verletzt zu werden oder zu verlieren. Grund für diese Angst sind Schlüsselerlebnisse und Erfahrungen aus unserem Leben,  die sich im Unterbewusstsein befinden. Das hat aber auch was positives, denn diese Angst dient somit dem geistigen Wachstum und unserem Selbstschutz.

Zur Erklärung: Ein Kind das unvorsichtig auf einen Baum klettert, hinunter fällt und sich den Arm bricht, wird so schnell nicht mehr auf einen Baum klettern und wenn wird es vorsichtiger sein.

Was ich damit meine ist, wir lassen uns im Leben täglich auf neue unterschiedliche Menschen ein. Einige davon verletzen uns – vielleicht nichtmal bewusst. Diese Verletzungen die wir erfahren haben, sorgen (gerade mit zunehmendem Alter und zunehmender Verletzung) dafür das wir immer vorsichtiger werden.

Gerade wenn wir uns auf der Gefühlsebene bewegen sind wir vorsichtig, denn man will sich und auch den anderen schützen. Man will abwägen, denn man will sich oder den anderen ja nicht überrumpeln, überfordern oder gar verletzen. Diese Achtsamkeit sorgt manchmal dafür, das wir ins stolpern geraten, wenn wir merken das man selbst oder der andere Part nicht dem selben tempo folgen kann.

Ich finde man sollte aber auch berücksichtigen, dass dieses ‚vor und zurück rudern‘ auch die eigene Unstimmigkeit mit sich selbst, mit sich bringt. Ich bin selbst ein Mensch der sich häufig die Frage stellt, was ich eigentlich will und was ich bereit bin dafür zu opfern – auch wenn ich das im Grunde weiß.

Dieses ‚umher kreisen‘ bzw. dieses ‚vor und zurück rudern‘ ist das ständige Spiel mit dem ‚Ja‘ und ‚Nein‘. Es sind Zweifel, Unsicherheit und auch ein gewisses Maß an Unfahigkeit, die eigene Komfort-Zone zu verlassen.

Um das ganze nochmal zusammen zu fassen:

Ich denke dieses ‚umher kreisen‘ ist eine Mischung aus dem behutsamen Umgang miteinander und der eigene Unsicherheit.

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Veröffentlicht am 14. August 2014 in Gedankenkammer und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Du triffst es damit ziemlich genau auf den Punkt, möchte ich sagen.

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  2. Ja, das sind sehr schlüssige und interessante Gedanken! Ich werde mit diesem neuen Input mal in mich gehen und in meine eigenen Gedanken miteinbeziehen… melde mich dann wieder 😉 Liebe Grüsse

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  3. … oder auch die Angst vor der schonungslosen Wahrheit …
    Mit HERZ und Segen!
    M.M.

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  4. „Ich denke dieses ‘umher kreisen’ ist eine Mischung aus dem behutsamen Umgang miteinander und der eigene Unsicherheit.“ – das klingt irgendwie so schön… Ich will gar keine Kritik daran finden… Ich lese deinen Beitrag und würde so gerne zustimmen, weil wirklich alles schlüssig klingt… und vielleicht bringt mich gerade das dazu, dass ich zweifle. Ist das nicht zu schön? Zu schlüssig? Weil es eine Mischung ist aus zu behutsamem Umgang miteinander und der zu grossen eigenen Unsicherheit? Was bleibt denn am Ende, wenn einem das „zu“ immer wieder im Weg steht?

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