Archiv für den Monat Oktober 2014

Ungesagt

Worte in langen Stunden und Tagen  gesammelt. Erinnerungen an gute Tage. Kopf in den Wolken. Kopf im Sand. Ich atme ein und ich atme aus. Sinn und Unsinn  des Lebens.   Trete ich heute schon  in die Fußstapfen meiner Eltern oder spült der Regen sie hinfort?  Als gäbs hier Lebensziele zu verschenken. Die Menschen sind laut und wenns hier Stille gibt ich hör  sie nicht. Die kälte, die uns umgibt lässt uns erfrieren – auch wenn wir das ganze Jahr lang Sommer haben. Traurige versuche Herzen brennen zulassen, um sich an ihnen zu wärmen. Ich will ewig schlafen, weil das Aufwachen nicht lohnt. Alles wissen, ist sinnlos beim Sinn vermissen.  Lass mich fliegen, halt mich fest und lass mich los. Ich bin müde vom zweifeln, nach all diesen Tagen. Ich brech mit ihnen und mit dir, aber an meisten noch mit mir. Vielleicht erinner ich mich im Alter an die Dinge, die ich nie getan hab. Jetzt ist alles  ruhig, was vorher noch so laut war. Ich hab in mir was  verloren und werde es so schnell  nicht  wieder finden.

3. Beitrag – gemeinsames Schreiben

Die 10 vorgegebenen Wörter:

1. Fahrrad

2. Wahn

3. Spendenblut

4. trinken

5. Zitat

6. Männerquote

7. fühlen

8. Katzenfutter

9. drucken

10. jäten

 

Unkraut

Er konnte jeden einzelnen Knochen in seinem Körper fühlen, als er sich aufrichtete. Er hatte den halben Nachmittag damit verbracht, über das Pflaster zu krauchen und das Unkraut aus den unzähligen Ritzen zu popeln. Seine Kehle war trocken. Er nahm seine Flasche, die er neben der Mauer abgestellt hatte und begann zu trinken. Er stieß einen erleichterten seufzer aus, als er sein Shirt über den leicht geröteten Oberkörper zog. Er war endlich fertig mit jäten. Jetzt musste er nur noch die Einkäufe erledigen. So hatte er es versprochen. Er griff seinen Rucksack, schwang sich auf sein Fahrrad und fuhr los. Es war nicht weit bis zum nächsten Supermarkt.  An einer Ampel bemerkte er ein Plakat, auf dem stand: Auch Du kannst Leben retten! Mehr infos unter www. spendenblut. com .  Er bog in die nächste Straße ein und fuhr auf den großen Parkplatz. Das Fahrrad fest verschlossen, betrat er den Simmel. Er zog einen Einkaufszettel aus der Hosentasche. Schnell hatte er alles zusammen gesucht und stellte sich in die Warteschlange. Er legte Milch, Brot, Käse, Katzenfutter, Bananen und Kiwis auf das Kassenband. Als er den Warentrenner auf das Band legte blieb sein Blick an den Schlagzeilen, der Zeitungen im Zeitungsständer hängen: ‚Der Wahn geht weiter‘, ‚Zitate großer Denker‘, ‚Empörung in Hamburg über die geplante Männerquote‘ …                                                        „9,63€  bitte!“ Er bezahlte. Alles gut in seinem Rucksack verstaut, machte er sich auf den Rückweg.

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