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Heimat-Hafen

 

HD-Truck-Wallpaper

Ein Großer Platz, ein altes Haus

und niemals gehen die Lichter aus.

Eine Tankstelle mit Säulen davor,

viele Trucks und Motoren-Geräusche im Ohr.

Es riecht nach Diesel und nach Schweiß

und auch im Restaurant bekommt man Eis.

Da ist für jeden was dabei,

vom Schnitzel bis zum Spiegelei.

 

Für viele Zuflucht und auch Heimat-Hafen,

sie suchten Gesellschaft vor dem schlafen.

Denn jeder braucht mal jemanden zum reden

und ich weiß das war auch ihr bestreben.

 

Wenn man so hinter’m Tresen steht

und in Fremde Augen sieht,

dann lässt es sich nicht ganz vermeiden,

das aus Fremde werden Freunde.

Manchen schenkt man gern sein Ohr

und es war danach nie wie zuvor,

wenn man hört was draußen so geschieht

und man die Welt durch andere Augen sieht.

 

Es wurde viel gefeiert und gesoffen,

ich habe tolle Leute dort getroffen.

Wie den Jubi der kam des öfteren vorbei,

er trank dann eins, zwei, manchmal drei.

Er lies im Wind die Mähne wehen,

doch mit offenem Haar, hat ihn keiner je gesehen.

 

Manni will keine „Prinzessin“ sein,

ich hab das Gefühl ihm geht das aufs Schwein,

Er meinte, er könne dem garnicht erst entfliehen,

das seine Freunde lachen über ihn.

Letzten Sommer war es ganz schön heiß,

da kaufte er dem Flodder mehr als nur ein Eis.

Es war egal was die Mama dazu sagt,

denn die wurde garnicht erst gefragt!

 

Frauen und Thomas sind ’ne Sache für sich,

nur aus einem Grund mochten sie ihn nicht,

er klammert zuviel, doch ‚Gutes braucht Zeit‘,

vielleicht hilft ihm das aus der Einsamkeit.

 

Als ich weinend hinterm Tresen stand,

balancierte scharf am Tellerrand,

und ich wusste keinen Rat,

da kam Alex, der mich einfach in den Arm genommen hat.

 

Auch Tody hab ich kennengelernt hier,

wir tranken öfters gemeinsam Bier.

Natürlich nicht bei uns am Hof,

das findet sonst die Chefin doof.

 

Ich trage viele von euch fort,

in meinem Herzen wohnt ihr dort.

Ich bin froh euch zu kennen,

doch ich kann nicht alle Namen nennen.

 

Sie versucht Chefin und Freund zugleich zu sein,

doch die Rechnung geht nicht auf und so steht sie oft allein,

aus Überforderung macht sich Chaos breit,

und man hört sie klagen „Weil IHR so seid“ .

Doch eines Bärbel das sage ich Dir:

Du hast gute und wertvolle Mitarbeiter hier,

sie bringen sich ein und erfüllen ihre Pflicht,

doch leider siehst Du dies oft nicht.

 

Ramona dir immer zu Seite steht

und vermutlich noch die nächsten Jahre mit dir geht.

Wo Not am Mann ist springt sie ein

und versucht Dir ein guter Gefährte zu sein.

 

Latifa arbeitet seit 30 Jahren hier,

sie wäscht, putzt und kocht bei dir.

Sie ist fast täglich in deinem Haus,

auch deinen Frust und Schelte hält sie aus.

Sie gibt alles um es dir recht zu machen

und manchmal hat man das Gefühl, du tust nur drüber lachen.

Mich macht das wütend, denn ich finde das gemein

und oft frage ich mich, muss das so sein?

 

Rosy ist wie sie ist und das muss auch so sein,

sie plappert zuviel, doch ist im Herzen ganz rein.

Mit Umarmung hier und Küsschen da,

ist sie den Menschen immer ganz nah.

 

Kleine Frau mit großem Herz,

hat viel Gefühl, macht immer nen Scherz,

doch wenn du sie ärgerst, hast du nichts mehr zu lachen

und solltest dir schnelle Beine machen.

In der Tanke am Tresen steht sie da,

unsre freche Petra.

 

Zu Farina will ich lieber garnichts sagen,

denn man hört die Fahrer viel zu oft klagen.

 

Jenny ist oft ziehmlich still,

vielleicht weil sie keinen ärger will.

Die Nachtschicht ist oft ziehmlich trist,

doch sie machts weil sie die Jüngste ist.

 

Lee hatte anfang’s nen schweren Start

und suchte bei Ramona Rat.

Doch sie hat sich durch geboxt,

schwere Kästen weg geoxt,

niemals ihren Kopf geneigt

und es allen dort gezeigt.

 

Als Andreas ging, waren alle fassungslos,

für manche war die Hilflosigkeit zu groß.

Keiner konnte es recht verstehen,

wir mussten einfach zusehen.

 

Karolin arbeitet im Büro,

die traf ich manchmal vor dem Klo.

Doch viel kann ich zu ihr nicht sagen,

da musst du sie halt selber fragen.

 

Linda reinigt Dusche und WC

und hat an manchem Abend einen im Tee.

Doch wer kann ihr das schon verübeln,

ein Job zwischen Schamhaar und Pippi-Sprenklern – da müsst‘ ich kübeln.

Sie hat uns feste in den Arm genommen,

als ihr in der Dusche ist, die Decke runter gekommen.

 

Man hört sie nie meckern und auch nie klagen

und ob es ihr so passt, würden nur die wenigsten fragen.

Sie verbiegt sich um es allen Recht zumachen

und trägt im Gesicht für jeden ein Lachen,

doch ich weiß, innerlich sieht es oft anders aus,

bei Irena der süßen Maus.

 

Martina konnte das Chaos nicht vermeiden,

deswegen musste ich des öfteren mit ihr arbeiten.

Die anderen hatten schon die Schnauze voll,

von Zeit zu Zeit konnte ich verstehen ihren groll.

Doch so ein Chaot kann ganz schön putzig sein,

Deswegen kann ich ihr das auch verzeihen.

 

Karin ist vom Zeichen Stier,

sie fragte oft „Wie lange arbeitest du hier?“

So reagiert sie halt auf „dumme“ Fragen,

da will ich auch nichts mehr zu sagen.

 

Karin und Martina sind wie sie sind,

ob die sich nochmal ändern weiß nur der Wind.

Mit beiden wäre auszukommen,

wenn ein Stück Arbeits-Frust ihnen genommen.

Denn zuviel arbeit und wenig Zeit,

sorgen für ne menge Streitigkeit.

 

Frechta kocht das essen mit gemecker,

doch schmeckts bei ihr besonders lecker.

 

Auch Rezar gibt den Senf dazu

und hätte lieber ihre ruh.

Mit Conny hat sie sich gut verstanden,

ich erwähn das mal am Rande.

 

Brigide pellt Kartoffeln , schneidet Möhren,

dabei will man sie auch garnicht stören.

Doch es lässt sich nicht vermeiden,

das andere sie treiben.

So schreitet sie geschwind zur Tat

und schnibbelt schnell noch was Salat.

 

In der Küche geht es oft heiß her,

zwischen Abwasch und dem ‚Pommes-Meer‘.

Kommt dann noch ’ne „Extra-Wurst“

und Gäste schreien, sie ham noch durst,

da kommt man schonmal leicht ins schwitzen,

während andere gemütlich sitzen.

Wir geben uns die gößte Mühe,

das rausgeht auch die Hühnerbrühe.

Damit der Gast zufrieden gehen kann

und wiederkommt – so dann und wann.

 

Bärbel, wir lassen uns von dir gern führen,

doch wir hängen nicht an deinen Schnüren.

Jeder ist ein Individuum

und nur wenn WIR es wollen, machen wir uns krumm.

Was gibt’s denn da nicht zu versteh’n?

Wenn du das nicht siehst, werden sie nach und nach geh’n.

Der Unmut ist groß in diesem ‚Treff‘,

das sage ich dir nicht als mein Chef,

als Freund will ich ehrlich zu dir sein

und vielleicht fällt dir eine Lösung ein.

 

Nimm’s nicht persönlich wenn ich nun geh‘,

ich komm vorbei damit ich euch seh‘.

Ich hab euch tief ins Herz geschlossen,

auch schon manche Träne wegen euch vergossen.

Vielleicht kann ich manchmal nachts nicht schlafen

und mache dies auch zu meinem Heimat-Hafen.

 

Denn bei Gott es ist nicht alles schlecht,

und manchmal hast du gewiss auch recht.

Und was weiß ich schon, ich bin nicht Chef,

vom guten alten ‚Trucker Treff‘.

 

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