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Das Leben ist für die Lebenden

in_love_and_lonely

Die Sonne, lässt die Stadt  erwachen. Tag für Tag das gleiche Spiel.

Eine graue Wolke  lässt sich über dir nieder. Der Morgen beginnt schwer. Wieder schleichst du in die Küche und kochst dir nen Kaffee. Die Buchstaben auf deiner Zeitung lösen sich in Farbklekse auf. Du bist noch nicht draußen und deine Kleider sind schon nass vom Regen. In deinen Stiefeln  steht das Wasser. Bei jedem Schritt schwappt es über den Rand.

Du geht vor die Tür. Bewegst dich durch die Straßen. Die Leute haben ein Lächeln im Gesicht. Auf ihren Köpfen scheint die Sonne. Du versuchst es mit dem Lächeln und  schaust hoch. Dich begleitet deine Wolke. Dein Gesicht sieht traurig aus.

Du ziehst weiter durch die Stadt. Versuchst dich an Bushaltestellen unterzustellen. Vergebens. Du kaufst dir einen Regenschirm. Doch es  tropft durch die Nähte. Du findest keinen trockenen Platz.

Du siehst eine Gruppe Menschen lachend auf dem Gehweg stehn. Du stellst dich hinzu , um etwas Licht abzubekommen . Aus Angst, sie bekommen ein paar Tropfen ab, entfernen sich von dir und bewundern den Regenbogen. Du kannst ihn nicht sehen.

Das es langsam kälter wird, liegt nicht nur am Abendlicht. Du schleichst dich aus der Stadt. Der runde Mond wirft sein Licht auf deine Jacke . Du  Lässt dich auf einem Hügel nieder, um bei den funkelnden Sternen deine Träume zu suchen. Doch du kannst sie nicht finden, deine Wolke versperrt dir die Sicht. Dieser Ort ist wie die Hölle.

Du fragst dich, sind denn alle hier blind? kann außer dir in dieser Stadt, niemand die Wolke sehen und den Regen spüren? Es ist doch nicht immer so gewesen, du kanntest doch  die warmen sonnigen Tage.
Traurig  gehst du nach hause, legst dich in dein nasses Bett und weinst in dein Kissen. Du versuchst zu schlafen. Schon morgen beginnt alles von vorn…

Du solltest nicht wegen dem Verlorenen weinen , lächle das Leben an. Hol tief Luft und blase deine Wolken fort. Nimm was du gebrauchen  und gib was du geben kannst. Denn das Leben ist für die Lebenden, also lebe es und mach dir einen sonnigen Tag!

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3. Beitrag – gemeinsames Schreiben

Die 10 vorgegebenen Wörter:

1. Fahrrad

2. Wahn

3. Spendenblut

4. trinken

5. Zitat

6. Männerquote

7. fühlen

8. Katzenfutter

9. drucken

10. jäten

 

Unkraut

Er konnte jeden einzelnen Knochen in seinem Körper fühlen, als er sich aufrichtete. Er hatte den halben Nachmittag damit verbracht, über das Pflaster zu krauchen und das Unkraut aus den unzähligen Ritzen zu popeln. Seine Kehle war trocken. Er nahm seine Flasche, die er neben der Mauer abgestellt hatte und begann zu trinken. Er stieß einen erleichterten seufzer aus, als er sein Shirt über den leicht geröteten Oberkörper zog. Er war endlich fertig mit jäten. Jetzt musste er nur noch die Einkäufe erledigen. So hatte er es versprochen. Er griff seinen Rucksack, schwang sich auf sein Fahrrad und fuhr los. Es war nicht weit bis zum nächsten Supermarkt.  An einer Ampel bemerkte er ein Plakat, auf dem stand: Auch Du kannst Leben retten! Mehr infos unter www. spendenblut. com .  Er bog in die nächste Straße ein und fuhr auf den großen Parkplatz. Das Fahrrad fest verschlossen, betrat er den Simmel. Er zog einen Einkaufszettel aus der Hosentasche. Schnell hatte er alles zusammen gesucht und stellte sich in die Warteschlange. Er legte Milch, Brot, Käse, Katzenfutter, Bananen und Kiwis auf das Kassenband. Als er den Warentrenner auf das Band legte blieb sein Blick an den Schlagzeilen, der Zeitungen im Zeitungsständer hängen: ‚Der Wahn geht weiter‘, ‚Zitate großer Denker‘, ‚Empörung in Hamburg über die geplante Männerquote‘ …                                                        „9,63€  bitte!“ Er bezahlte. Alles gut in seinem Rucksack verstaut, machte er sich auf den Rückweg.

2. Beitrag – gemeinsames Schreiben

Die 10 vorgegebenen Wörter:

1 Supermarkt

2 Wäschekorb

3 Geschirrtuch

4 Eichhörnchen

5 Kaffeetasse

6 Schokolade

7 Ramones

8 Zebrafell

9 Gummistiefel

10 Tapetenabschlusskante

skipper

Es war keine gute Idee, mit dem Kaffee in der Hand, zu den Ramones durch die Wohnung pogen. Sie wollte nur die Gedanken ausschalten und jetzt diese Sauerei. Sie stellte die Kaffeetasse bei Seite und holte aus der Küche ein Geschirrtuch. Sie tupfte die Flecken vom Sofa und trocknete Tisch und Boden. Sie drehte die Anlage zu ‚Blitzkrieg Bop‘ noch etwas lauter und watschelte hinüber ins Bad. Sie klatschte das Geschirrtuch in den Wäschekorb. Ihre nackten Füße standen nun auf der weichen Badematte, die einem Zebrafell glich. Sie schaute aus dem Fenster, hinaus auf den Hof, der genauso leer und verlassen wirkte wie sie sich fühlte. Leer und verlassen. Es würde Regen geben. Die Wolken hatten sich zugezogen. Alles war grau. Nur ein kleiner roter Ball tanzte im Wind hin und her. Gerade als sie ihren Blick abwenden wollte, huschte ein Eichhörnchen hinter der Mauer hervor, rannte hinüber zu dem alten Baum und verschwand im Geäst. Ihre Augen verweilten noch einen Augenblick auf der Stelle, an der das Eichhörnchen verschwand. Sie warf einen Blick in den Spiegel und musterte sich. Ihre Haut war blass. Ihre Augen sahen müde und leer aus. Die sonst so schön geschwungenen Lippen, wirkten trocken und rissig. Kein schöner Anblick, dachte sie und wendete sich ab.
Sie holte ihre gelben Gummistiefel aus dem Schuhregal, das in dem kleinen Flur stand und zog sie an. Denn wenn es ihrer Seele schlecht ging, bekam sie immer Lust auf Schokolade. Sie wollte noch schnell zum Supermarkt, bevor es anfing zu regnen. Dieser befand sich, an der Ecke, neben dem Renovierladen ‚Tapetenabschlusskante‘.
Sie warf sich ihre Lederjacke über, nahm den Schlüssel von der Kommode und lies die Tür ins Schloss gleiten…

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